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Vom Film deines Lebens

Ich schaue auf mein Leben und werde still.

Sehe die letzten Jahre wie ein Bühnenstück, wie im Film.

Ich hatte Schlüsselszenen und durfte Traumrollen besetzen.

Manche schwere Episode musste bewältigt werden.

Das Happyend im Blick, so schaue ich zurück

und sehe dich auf dem Regiestuhl sitzen.

 

Vieles hätte ich nie für möglich gehalten.

Bin überwältigt und zugleich berührt,

wie Bild um Bild ineinandergreifen.

Manche Szene hätte ich gerne gestrichen,

lieber nicht auf die Leinwand gebracht.

Doch im Drehbuch hatten auch diese Bilder ihren Platz.

 

Häufig habe ich mich im Text verloren,

wollte manchen Part ohne Regie in die Tat umsetzen.

Wie oft wurde „Cut“ gerufen,

aus Freude, einen Abschnitt auf Band zu haben

oder um Szenen neu zu arrangieren.

Vom Regisseur das Ziel stets im Blick behalten.

 

Das Drehbuch war nie in Stein gemeißelt.

Künstlerische Freiheit und Wagemut,

vom Regisseur stets begrüßt, gar erwartet.

In der Umsetzung beständig im Gespräch.
Kritik und Inspiration beidseitig zugestanden.

Im Sinne des Autors das Skript zum Leben erweckt. 

 

Nun bin ich still, in Hoffnung und Erwartung.

Gespannt, was die nächsten Seiten schreiben.

Bereit sie zu bekleiden und mit Leben zu füllen.

Bestrebt, meine Rolle zu finden im Glauben,

dass der Autor sie mir auf den Leib geschrieben hat
und mich sowie meine Gedanken wohlweißlich kennt.

 

In dir, Regie und Autorengeist verbunden.

Jegliche Künstlergaben in einer Person vereint.

Du bringst das Stück zur Vollendung.

Kennst Rahmen, Budget, Frist und Zeit.

Versprichst ein Happyend mit Ovationen

und fällt der letzte Vorhang, bist du es, der bleibt.

 

(c) Marie Gabrielle & LiberThé

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Naemi (Mittwoch, 04 Juli 2018 23:03)

    Sehr sehr schoen!!

  • #2

    Sabine K. (Freitag, 06 Juli 2018 23:57)

    Wunderschöne Worte voller Tiefsinn.